Der Adler ist gelandet – konnichi wa!

Nach einem gar nicht mal so langwierigen Flug Moskau – Tokio bin ich am 26. Oktober angekommen. Leider ohne mein Gepäck, denn das hat in Moskau nochmal übernachtet und wurde einen Tag später am frühen Abend zu meiner Unterkunft nachgeliefert. Ich war zunächst etwas beunruhigt, weil mir die Dame am Fluhafen versicherte, man werde mindestens 3 Wochen danach suchen. Sie meinte dann aber „Don’t worry, it happens many times with Aeroflot. We will find it. I think tomorrow we should have it here.“ Das hatte jedoch auch den Vorteil, dass ich ohne einen 23 kg schweren Rollkoffer meine Airbnb – Unterkunft suchen konnte.

Direkt nach der Ankunft am Flughafen bin ich zum Postschalter, an dem ich das Gefühl hatte, als ob man bereits auf mich gewartet hätte – die Japaner sind einfach gut organisiert. Ohne große Frage, was ich möchte, wurde ich nach meinem Pass gefragt und bekam sofort meinen mobilen Router ausgehändigt. So bin ich überall am Netz und habe somit auch überall einen Stadtplan. Spannender war da schon die Zugfahrt in die Stadt. Ich habe mir gleich eine sog. Suica-Card zum bargeldlosen U-Bahn-Verkehr geholt, hatte dann jedoch – leicht übernächtigt – Mühe, den richtigen Zug in die Stadt zu finden. Letztlich hat aber alles gut geklappt.

Was habe ich mir in den letzten beiden Tagen angeschaut? Hier das Wichtigste:

  • Die berühmte Shibuya-Kreuzung
  • Der Meiji-Schrein im Park „Meiji-jingu Gyoen“. In diesem werden Gebete verrichtet, dem Meiji-tennō gedacht und auch Hochzeiten werden dort gefeiert.
  • Die Modeszene in der Omotesandō. Hier sind die wichtigsten Modemarken groß vertreten. Ich war zwar schon in Mailand und habe mich dort ein wenig umgesehen, aber in dieser Straße sieht man einen ganz anderen Stil, der v.a. auch von jungen Japanern gepflegt wird. Teilweise echt abgefahren, generell aber wirklich cool, nicht zuletzt wegen der teilweise viel zu großen Schuhe, die nicht nur Frauen, sondern auch Männer tragen. So viel zu groß, dass es schon wieder stylisch ist! Auch bietet die Straße eine moderne Architektur, die jedoch leider oft von Bäumen der Allee verdeckt wird.
  • Nachtblick auf Tokio vom Skytree aus 350m Höhe. Hier musste ich feststellen, dass mein Stativ nicht ausreicht, scharfe Bilder zu schießen. Klar, auf die große Distanz führen winzigste Schwankungen zu Unschärfe. Vielleicht wars ja auch der Turm selbst 😮 Der golden leuchtende Turm auf dem Bild ist der Tokio Tower. Er ist dem Eiffelturm nachempfunden, jedoch höher als dieser. Ziemlich nahe von diesem ist meine Unterkunft (Ropongi).tokiobeinacht
  • Fischmarkt. Das war echt ein Erlebnis. Es gibt einen inneren und einen äußeren Fischmarkt. Der innere ist für die Großhändler. Der Fisch wird geliefert und an die Händler verkauft. Leider war ich dafür zu spät, daher muss ich da nochmal hin 🙂 Der äußere Markt ist für die Kleinhändler. Hier kann man sich mit allen möglichen Meeresprodukten eindecken und auch gleich vor Ort genießen. Erst habe ich mich durchprobiert, dann getrockneten Fisch gekauft und dann gab es Sushi mit Bier zum Frühstück. Klasse. So darf der Tag beginnen. Schön war, dass ich beim Essen der einzige Tourist unter lauter Japanern war.fischmarkt
  • Akihabara, die Elektrostadt. Von außen eine Welt voller Licht. Nach dem 2. Weltkrieg noch ein Schwarzmarkt für Elektroteile und Radios ist es heute ein Marktplatz für alles rund um Elektrogeräte und -technik, vom Kabel über Platinen und Sicherungen bis zu High-End HiFi-Anlagen/Boxen sowie Manga-Comics (auch pornografische), Anime (japan. Zeichentrickfilme), Cosplay und Modellbau. Hier findet man wohl wirklich alles und so habe ich auch einen passenden Adapter von deutschen Schuko-Steckern auf japanische Steckdosen gefunden, die meist keinen Schutzleiter haben. Übrigens, falls jemand eine GoPro kaufen möchte, die kostet hier knapp 52.000 Yen, das ist weniger als in Deutschland.akihabara

Tokio ist einfach riesig. Das habe ich nicht zuletzt vom Sky-Tree aus gesehen. Die Japaner sind sehr (!) freundlich und zurückhaltend. Und Tokio bietet sehr viele Möglichkeiten zum Verweilen und gutem Essen. Hier kann man es aushalten.

Zudem sind die Japaner ein Volk, bei dem jeder sich um sich selbst kümmert und sich nicht in fremde Angelegenheiten einmischt. In der U-Bahn z.B. scheint es, als ob keiner irgend einen anderen Fahrgast anschaut. Selten sieht man kurze Blicke. Fast niemand spricht miteinander, sehr viele starren in ihr Mobiltelefon oder spielen damit, schlafen (oft schon morgens, auch Schulkinder) oder sitzen einfach nur still da. Das mag von der Erzählung her in Deutschland ähnlich sein, aber das hier scheint mir doch eine ganz andere Nummer. Trotz dessen werde ich allein aufgrund meiner Größe schon mal angeschaut, sogar angesprochen. Einen so großen Mann gibt es auch unter Touristen selten.

Dass es in Japan faszinierende Toiletten gibt, wusste ich schon. Die brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Strom, damit sie funktionieren. Die Toilette auf unserem Stockwert hat 12 (!) Knöpfe (hier eine ausführliche bebilderte Beschreibung generell zu japan. Toiletten) und außerdem ein Gerät, welches einfach nur die Geräusche einer Spühlung aus einem Lautsprecher wiedergibt. Einer der Knöpfe ist ein Bidet für Männer. Ich habe das mal ausprobiert. Man drückt einen Knopf und sobald der Strahl kommt, muss man sich ggf. noch richtig positionieren damit „es“ auch richtig funktioniert und das getroffen wird, was halt getroffen werden soll. Ich hatte von „es“ ziemlich schnell genug und begann einen hohen Sington, doch es dauerte ein paar Sekunden, bis ich darauf kam, dass das von alleine nicht mehr aufhört. Ich drückte also den organgenen Knopf und zum Glück war das der richtige. Hm ich glaube, dass es bestimmt auch europäische Männer gibt, die darauf stehen. Wenn Ihr wisst, was ich meine.

6 Gedanken zu „Der Adler ist gelandet – konnichi wa!

    • Hi Tessa,

      danke Dir für eine super Info-Internetzpräsenz rund um Japan. Besonders jetzt, wo ich in Tokio bin, weiß ich es zu schätzen!

      Nein, ich bleibe ein paar Wochen (wie lange genau ist noch nicht sicher) in Japan.

      Viele Grüße, ebenfalls aus Tokio 🙂
      Dominik

  1. Hallo Dominik,
    danke für den einführenden tollen Bericht in deiner neuen Welt.
    Das Frühstück dieser Art wäre nicht das Meinige, aber vielleicht würde ich mich daran gewöhnen.
    Pass auf der Toilette mit den Knöpfen auf, nicht dass du noch ein Tiefseetaucher wirst.
    Mach weiter so!! Sei lieb gegrüßt von deiner Mama

  2. Hallo Dominik,
    spannend und interessant geschrieben – von wegen kein Journalist. Das Frühstück sieht frisch und lecker aus, wäre auch etwas für mich nicht aber für Daniela. Pass bei den Toilettentasten auf, eine ist eine kleine Zange die Tampons zieht. Die sucht dann nach einem ‚Bändele‘ – für Männer sehr schmerzhaft.
    Viel Spaß noch, Daniel & Fam.

  3. Hallo Dominik,
    mach Dir nichts draus. Musste auch mal jmd. zeigen (Spitzname T…) wie man entspannt auf einem Stehclo sein großes Geschäft erledigen kann. Das Problem war: Wie fixiere ich dabei die Hose :-)))))))).
    Deine Berichte sind herrlich.
    Freue mich über die Fortsetzung.
    Viele liebe Grüße
    Bernadette

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.